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wissenschaftliche Arbeiten schreiben - das richtige Verfassen |
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Während des Studiums spielt das Abfassen von Referaten, Abstracts, Protokollen, Seminararbeiten und vor allem Abschlussarbeiten (z. B. Diplom- und Magisterarbeiten oder Dissertationen) eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Abschlussarbeit soll zeigen, dass der Studierende in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus seinem Fach mit wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu bearbeiten und zu lösen. Doch woher weiß man eigentlich, wie man solche Arbeiten richtig verfasst? Wenn man Glück hat, wird eine Übung zur Propädeutik an der Uni angeboten. Bei diesen Kursen lernt man, meist im Lauf eines Semesters, die Richtlinien des wissenschaftlichen Arbeitens kennen. Man besucht unter anderem Bibliotheken, um die Angst vor der Recherche zu verlieren, oder man lernt den Aufbau einer Arbeit an Beispielen kennen.
Was gilt es also zu beachten, wenn man eine Arbeit nach allgemein gültigen Standards schreiben will/muss? Ob man will oder nicht - zunächst muss man sich mit der Literatur beschäftigen, in der Erkenntnisse anderer Wissenschaftler, die für die eigene Arbeit relevant sind, beschrieben sind. Dabei ist es wichtig, den "state of the art" zu erkennen, um nicht mit viel Mühe eine Arbeit zu schreiben, die in ihrem Erkenntnisstand nichts Neues enthält. In jedem Fall sind Sie gefordert, Ihren eigenen Beitrag zu leisten und ihn verständlich darzustellen. "Verständlich" heißt zunächst einmal, sprachlich verständlich zu schreiben. Der Aufbau Ihrer Arbeit, die Vorgehensweise, die Argumente und Schlussfolgerungen sollen logisch und nachvollziehbar sein (siehe auch Planen und Vorbereiten), wissenschaftliche Aussagen klar, widerspruchsfrei und nachprüfbar. Grundsätzlich werden keine Behauptungen aufgestellt, die nicht belegt werden können.
Hervorragende Tipps von Anfang bis Ende einer Diplomarbeit finden Sie auch hier: http://www.arbeitschreiben.de/beginn.htm http://www.uni-paderborn.de/cs/ag-boettcher/diplomarbeiten/diplomarbeiten_schreiben.html
LiteratursucheZu Beginn einer Arbeit (sobald man sich über das Thema im Klaren ist - siehe Planen und Vorbereiten) stellt sich meistens die Frage: "Welche Literatur kann ich zur Ausarbeitung verwenden und woher bekomme ich sie?" In der Regel können alle Arten von Literatur verwendet werden, solange Sachnähe zum Thema gegeben ist und dem wissenschaftlichen Anspruch Genüge getan wird.
Literaturquellen
Primärliteratur/Sekundärliteratur Man unterscheidet zwischen der so genannten Primärliteratur (beschäftigt sich direkt mit einem Sach- oder Problemgebiet, also Forschungsberichten oder wissenschaftlichen Abhandlungen) und der Sekundärliteratur (z. B. Bibliographien, die Literatur über bestimmte Themenbereiche beinhalten und einen Überblick über die vorhandene Literatur schaffen sollen).
Bibliotheken Der erste Weg führt sicher in die Bibliothek der eigenen Fachhochschule oder Universität. Mit der Kennzeichnung der einzelnen Themengebiete kennen sich wahrscheinlich nur so richtig die Damen und Herren vom Fach aus. Und auch die Einführungskurse in die Benutzung der Bibliotheken nutzen Studenten erfahrungsgemäß eher nicht. Aber die Tatsache, dass man jetzt da durch muss, ist auch schon etwas wert. Nach und nach bekommt man den Überblick - zumindest für sein Fachgebiet. Mittlerweile sind auch alle Bibliotheken mit elektronischen Recherchesystemen (OPAC = Online Public Access Catalog) ausgestattet, so dass theoretisch alles gefunden werden kann, wenn man die richtigen Suchstrategien anwendet. Über das Internet kann man zusätzlich in vielen anderen Bibliothekskatalogen nach Informationen suchen.
Aufsätze Häufig werden auch Aufsätze aus Sammelwerken oder aus Zeitschriften und Zeitungen verwendet (Periodika). Hier werden oft neueste Ansätze aufgezeigt und wissenschaftliche Diskussionen publiziert. Meistens gibt es so genannte Jahrgangsverzeichnisse, die nach Stichworten oder Themenbereichen sortiert sind.
Schriftenverzeichnisse Viele Universitäten geben Schriftenverzeichnisse heraus, die neu angeschaffte Werke beinhalten.
Zeitungsarchiv Hilfreich kann auch die Recherche in einem Zeitungsarchiv sein, um auf hochaktuelle Ergebnisse zu stoßen. Aber Achtung, das kann teuer werden!
Schneeballsystem Beim so genannten Schneeballsystem sucht man in den Fußnoten oder im Literaturverzeichnis eines Buches zum Arbeitsthema nach weiteren Autoren, die sich zu demselben Thema geäußert haben. Doch Vorsicht, man kann sich dabei schnell im Kreis drehen, wenn die herangezogenen Verfasser sich ständig gegenseitig zitieren und keine neuen Ansichten "von außen" beachtet werden.
Kostenlose Literaturlisten Oft geben auch Interessenorganisationen kostenlose Literaturlisten heraus. Wenn eine themenspezifische Bibliothek vorhanden ist, kann diese eventuell auch frequentiert werden.
Internetrecherche Eine wichtige Rolle bei der Literatursuche spielt auch das Internet. Die Rechenzentren vieler Hochschulen bieten den Studenten einen kostenfreien Zugang zum Internet an. Über Suchmaschinen (z. B. Google, Fireball, Altavista), Metasuchmaschinen (die Suchanfrage geht an mehrere Suchmaschinen, das Ergebnis wird zusammengefasst) und Internetkataloge (z. B. Yahoo) lässt sich so einiges aufspüren, was zur gesuchten Thematik passen könnte. Ebenfalls sehr gut fündig wird man in den (leider meist kostenpflichtigen) Internet-Archiven und -Datenbanken.
Literaturverarbeitung - Informationen ordnen und auswertenVor dem Beginn des Schreibens steht die Literaturverarbeitung. Inzwischen ist ja klar, über welches Thema man schreiben will und wo man überall Informationen herbekommen kann. Um von der Informationsflut nicht erschlagen zu werden, sollte man alles möglichst mit System ordnen und auswerten. Anfangs werden Sie den Eindruck haben, das exakte Aufschreiben und Systematisieren kostet viel Zeit und Sie kommen kaum weiter. Das kann stimmen, ist aber gleichzeitig die wichtigste Aufgabe während der ganzen Diplomarbeit. Wer gut vorgearbeitet hat, wird beim Erstellen der Arbeit die Vorteile zu schätzen wissen.
So, nun sitzen Sie also vor einem enormen Berg von Büchern und denken sich: "Das schaffe ich doch nie, das alles zu lesen." Aber auch hierfür gibt es Tricks und Techniken, um wieder Land zu sehen.
Lesetechniken
Beim kursorischen Lesen (Überfliegen) versucht man, die wichtigsten Aussagen eines Textes so schnell wie möglich herauszufiltern. Am Anfang des Lesens steht die Fragestellung, die das zu bearbeitende Thema betrifft. Anhand dieser Fragestellung erarbeitet man sich Schlüsselbegriffe, die man sich so genau wie möglich einprägt (am besten aufschreibt). Zunächst betrachtet man
Durch diesen
ersten kurzen Überblick kann eventuell schon etwas über die thematische
Relevanz des Buches zum eigenen Thema festgestellt werden.
Wichtig ist vor allem, dass alle Angaben vollständig und zuverlässig sein müssen und die Ordnungssysteme immer auf die gleiche Art und Weise geführt werden.
Anordnung der ErgebnisseNachdem man genügend Material gesammelt und die wichtigsten Informationen selektiert hat, beginnt die eigentliche Darstellung der Thematik mit eigenen Worten. Grundlage dazu ist eine klare Strukturierung der Arbeitsschritte, die nachvollziehbar sein muss und die Erkenntnisse übersichtlich darstellen sollte.
Gliederung
Es gibt verschiedene Arten der Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit.
Wichtig ist vor allem, dass der Leser einen guten Überblick bekommt über die Auseinandersetzung mit dem Thema, die verschiedenen Arbeitsschritte und Ergebnisse, die der Verfasser anstellt. Die Argumentationskette sollte dem Leser transparent und nachvollziehbar dargestellt werden!
AusarbeitungUnabhängig von der Zielsetzung und inhaltlichen Typik wissenschaftlicher Arbeiten gibt es bestimmte Regeln für ihre Gestaltung. Diese betreffen die innere (inhaltliche) Darstellung, den äußeren Zustand - also die Materialanordnung und Gliederung - und das Erscheinungsbild/Layout (siehe auch inhaltliche Gestaltung und das Layout).
Wird dem Diplomanden der entsprechende Freiraum gelassen, dienen bestimmte Richtlinien als Vorschlag, als Orientierung. Vorrang haben solche Richtlinien dann, wenn sie von der jeweiligen Hochschule oder Uni herausgegeben werden (sofern vorhanden).
Formaler Aufbau
Dem Leser sollte eine schlüssig aufgebaute Arbeit präsentiert werden. Es sollten sowohl die Vorgehensweise als auch die Resultate logisch gegliedert und gut überschaubar dargestellt werden.
Eine wissenschaftliche Arbeit besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:
- den Präliminarien (lat.: Vorbereitung, Einleitung) - dem Hauptteil und - dem Schlussteil
Die Grundstruktur soll in folgender Reihenfolge aufgebaut werden:
Im Einzelnen:
Die Präliminarien sind relativ umfangreich und beinhalten
- das Titelblatt (Deckblatt)
- die Widmung (optional)
- das Herausgeberwort/Geleitwort
Das Vorwort gibt ebenfalls Hinweise darauf, woher die Anregung zu dieser Arbeit kam (Dozent, Student, Firma, ...), Pauschalhinweise auf verwendete Literatur, Hinweis auf/Dank für die Bereitstellung technischer Einrichtungen und andere Hilfestellungen (Interviews o. ä.).
Das Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildungen, Tabellen,
Listings:
Das Abkürzungsverzeichnis erklärt alle vorkommenden Abkürzungen und Formalzeichen und
Das Glossar enthält
Einleitung
Der Hauptteil besteht aus
Schlussteil
Anhang Ist der Anhang wirklich nötig? Zuviel Anhang kann so ausgelegt werden, dass der Autor nicht in der Lage ist, das Wesentliche sinnentsprechend zusammenzufassen. Anhänge werden in der Regel mit Großbuchstaben gekennzeichnet: Anhang A, Anhang B usw. Im Anhang erwähnt werden
Fußnoten
Fußzeilen bitte vermeiden!
Formale Gliederungsform Am häufigsten angewandt wird sicherlich die dezimale
Gliederung. Bei der Anordnung gibt es mehrere Möglichkeiten; entscheidend
ist die Übersichtlichkeit.
Seiteneinrichtung Die Seitenabstände oben, unten, links, rechts sind meistens vorgegeben. Bitte auf ausreichend großen linken Seitenrand achten! Durch das linksseitige Binden der Arbeit wird sonst ein Teil des Textes nicht mehr oder nur mühsam zu lesen sein.
Textformatierung Der einmal gewählte Schrifttyp muss in der gesamten Arbeit für die jeweiligen Abschnitte beibehalten werden.
Absatzformatierung
Überschriften Bei der Überschriftgestaltung hat der Autor in den allermeisten Fällen relativ freie Hand. Hier kann auch ein anderer Schrifttyp verwendet werden als im Fließtext.
usw.
Gliederung (Nummerierung) z. B. 1. Ebene: 1, 2, 3, ... 2. Ebene: 1.1, 1.2, ..., 2.1, 2.2 ... 3. Ebene: 1.1.1, 1.1.2, ... 2.1.1, 2.1.2 ...
Hinweise zum richtigen ZitierenJede wörtliche oder sinngemäße Übernahme von Gedanken aus anderen Werken muss als solche gekennzeichnet und nachprüfbar sein. Die genutzten Quellen sind in einer Fußnote (weniger üblich: als Endnote) an der Stelle der Arbeit anzugeben, an der sie zum ersten Mal erscheinen. Zitate können auf zweierlei Weise realisiert werden: als direkte, wörtliche Zitate und als indirekte, inhaltliche Zitate. Unbedingt beachten: Wörtliche Zitate werden durch Anführungszeichen hervorgehoben. Sie sind in der Originalfassung darzustellen, einschließlich eventueller Druckfehler und in der ursprünglichen Rechtschreibweise. Wird eine Quelle zitiert, die wiederum eine Quelle zitiert, also ein Zitat im Zitat, so kennzeichnet man das doppelt Zitierte in einfachen Anführungs- und Schlusszeichen innerhalb des Zitats: "(Zitat) '(Zitat im Zitat)' (Zitat)". Indirektes Zitieren bedeutet die sinngemäße (nichtwörtliche) Übernahme von fremden Aussagen. Diese wird durch indirekte Rede oder einen entsprechenden Zusatz (z. B.: vgl. Simone Müller) gekennzeichnet. Auslassungen, Veränderungen und Eingriffe sind in jedem Fall zu kennzeichnen!
Quellenbelege
Die einmal gewählte Form muss beibehalten werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Quellenbelegs, die meistens vorgegeben sind (bitte erkundigen Sie sich):
Das LiteraturverzeichnisGanz wichtig (!): Das Literaturverzeichnis muss unbedingt und ohne Ausnahme alle verwendeten Texte angeben.
Noch ein paar kleine Tipps (der letzte Schliff)
Natürlich ist es immer auch hilfreich, sich Bücher zum Thema "Wie verfasse ich eine wissenschaftliche Arbeit" durchzulesen. ------------------------------------------ Georg Disterer: Studienarbeiten schreiben. Diplom-, Seminar- und Hausarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften. Springer-Verlag. Berlin, Heidelberg 1998.
Lutz von Werder: Das kreative Schreiben von wissenschaftlichen Hausarbeiten und Referaten. Schibri-Verlag 2000 |
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Grundsätzliche Infos sowie hilfreiche Tipps für
das Planen einer Diplom-, Examens-, Fach- oder Hausarbeit
finden Sie
hier und Tipps für inhaltliche |