Beispiel: Diplomarbeit
Allgemeines
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht
darin, weder von der Macht der anderen,
noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm
machen zu lassen." (Adorno 1951)
Jeder,
der sich schon einmal im Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit
versucht hat, kennt das Gefühl aufkommender Ohnmacht angesichts
einer scheinbar unlösbaren Aufgabe. Eine
wissenschaftliche Arbeit schreibt sich zwar nicht von selbst,
aber einige Klippen lassen sich mit ein bisschen Hilfe ganz gut
umschiffen - auch und vor allem dann, wenn immer wieder mal kritische Situationen
auftauchen. Mit einigen
hilfreichen Tipps und Tricks soll hier versucht
werden, Ihnen die Angst zu nehmen, um Ihnen einen optimalen Einstieg
zu ermöglichen.
Mit der Abschlussarbeit
am Ende seines Studiums soll der Student zeigen, dass er in der Lage ist, innerhalb einer
vorgegebenen Frist eine Problemstellung aus seinem Fach mit
wissenschaftlichen Methoden selbstständig und praxisorientiert zu bearbeiten und zu lösen.
Um das
Ganze vom Anfang bis zum Ende auch wirklich erfolgreich zu Papier zu
bringen, folgen
am Beispiel "Diplomarbeit" einige Ratschläge, was Sie beim
Planen von Studienarbeiten - welcher Art auch immer - beachten und was
Sie möglichst nicht machen sollten.
Die wichtigsten Etappen
Themensuche
Über das Thema Ihrer
Arbeit sollten Sie sich beizeiten Gedanken machen. Am besten ist es, das Semester vor der
Anmeldung zum Recherchesemester zu deklarieren. Wichtig ist
jetzt, wirklich genügend Zeit einzukalkulieren, um Ihre
Fragestellung zu klären.
Aber wie finden Sie überhaupt zu Ihrer Fragestellung?
Die
Themenauswahl sollte nach Aktualität, Zeitkapazität,
Studienschwerpunkt, Auslandsaufenthalt, eigenen Stärken, Interesse,
Berufsaussichten und Möglichkeit einer Praktikumsstelle erfolgen.
Dann erst sollten Sie sich einen Betreuer suchen, der fachlich
dazu "passt".
Gerade an großen Unis, an denen
die Professoren oft nur wenig Zeit haben und leider auch die
Sprechstundentermine rar sind, sollten Sie möglichst bald mit
eigenen Vorstellungen herausrücken. Machen Sie sich die Mühe, alles
sauber aufschreiben, worüber Sie sich bislang schon Gedanken
gemacht haben, und gehen Sie dann mit Ihren Unterlagen zu Ihrem
Professor. Sehr gut - und übrigens auch
häufig vom Lehrstuhl verlangt – ist es, wenn bereits eine erste
Literaturliste erstellt ist.
Wenn
Sie früher schon einmal die Möglichkeit hatten, in Projektseminaren
mitzuarbeiten, sind Sie klar im Vorteil; das erleichtert die Themensuche enorm. Oft
ergeben sich Teilthemen, die ausgebaut werden können. Ebenso lohnt
es sich, während eines Betriebspraktikums die Augen offen zu halten und
hier nach
einem geeigneten Thema zu suchen. Die meisten großen Firmen schreiben
eigene Themenstellungen für Diplomarbeiten aus, für deren Bearbeitung zum Teil gut bezahlt
wird.
Wenn das alles für die
Themenfindung noch nicht ausreicht:
-
Frühzeitig
im Fachbereich umhören und ausloten, an welchen Projekten und
Aufgaben gerade gearbeitet und geforscht wird. So kann man ein
Bild davon bekommen, in welchem Gebiet Themen für Studien- und
Diplomarbeiten anfallen.
-
Die
Teilnahme an vertiefenden Lehrveranstaltungen und Seminaren
verschafft einen guten Überblick und hilft, eigene Ideen und
Interessen an Themengebieten festzustellen.
-
Kommilitonen befragen, die bereits Diplomarbeiten schreiben oder
geschrieben haben. Deren einschlägige Erfahrungen mit ihren
eigenen Themengebieten können einen guten Überblick bieten. Auch
die Fachschaft kann hier unter Umständen weiterhelfen.
-
Diplomarbeiten anderer Kommilitonen lesen: Sie sind eine gute
Quelle, denn häufig werden hier Ideen für weiterführende Arbeiten
präsentiert. Arbeiten mit ähnlichen Themen können neue Ideen
anregen oder konkretisieren.
Suchen Sie
intensiv und so offen wie möglich nach interessanten Fragestellungen.
Sie sollten in jedem Fall ein Arbeitsthema wählen, das Sie
auch wirklich interessiert. Nur
dann
können Sie mit hoher Motivation und gutem Ergebnis arbeiten, denn in der Regel sitzen Sie monatelang an diesem einen
Thema (das
immer
mit dem Semesterstoff der Lehrveranstaltung im Zusammenhang stehen
sollte).
! Generell sollte vor der Anmeldung
beziehungsweise der Themenabgabe wirklich einfach alles geklärt
sein, was einen problemlosen Start der Arbeit garantiert.
Bei empirischen Arbeiten sollten vorab auch die Fragebögen
besprochen werden (eine Beratung in Methodenfragen ist sehr
sinnvoll). Manche Professoren bieten an, Probeseiten und eine
Rohfassung (Entwurf) zu lesen, wobei auf grobe Fehler hingewiesen
wird.
Anmeldung
Nach der Themenfindung ist
die Anmeldung der nächste wichtige Schritt. Diesen Termin bitte nicht
unterschätzen. Die meisten Prüfungsordnungen legen fest, ab welchem
Termin die Diplomarbeit frühestens begonnen werden kann und mit
welchem Termin die Bearbeitungszeit endet. Im Allgemeinen stehen
maximal sechs
Monate zur Verfügung, bis alles fertig sein muss; oft ist der letzte
Abgabetermin sechs Monate nach der letzten Prüfung.
Nur in Ausnahmefällen
wird eine Verlängerung von höchstens noch einmal drei Monaten gewährt.
Ausführung
Erforderlich ist zunächst das Erstellen eines
realistischen Zeitplans. Den kann man auf Papier, mit
Excel oder als Flipchart machen, völlig egal. Hauptsache,
man macht sich Gedanken
darüber, damit man ein Gefühl für die zur Verfügung stehende Zeit
bekommt. Evtl. auch besondere Ereignisse mit einplanen (Stehen noch
Prüfungen an? Ein Kurzurlaub, Geburtstag o. ä.?).
Es ist besser – vor allem, wenn
Sie
auch eine
empirische Untersuchung durchführen –, genau einzuplanen, wann welcher
Arbeitsschritt erfolgen soll. Sie sollten auch einkalkulieren, dass
durchaus einmal eine Woche verloren geht, weil Sie einfach nicht
weiterkommen und/oder eine Denkblockade, einen "Hänger"
haben.
Ganz relevant für ein gutes Gelingen ist der
Computer, an dem in der Regel die Arbeit geschrieben wird. Die
Textverarbeitungsprogramme erleichtern das Erstellen vor allem von längeren Texten.
Es ist hilfreich, sich mit den nötigen Programmen vorher vertraut zu
machen und deren Möglichkeiten kennen zu lernen. Wollen Sie viele Grafiken
oder Tabellen erstellen? Brauchen Sie ein spezielles
Formelprogramm, weil Sie mit vielen mathematischen Formeln arbeiten?
Selbstverständlich
gelten alle Tipps nicht nur für Diplomarbeiten, sondern auch für Haus- oder Projektarbeiten
oder andere längere, strukturierte Texte. Wer schon einmal an einer
"kleinen" Arbeit geübt hat, hat es später - beim Erstellen der
Diplomarbeit - viel, viel
leichter!
Die nächsten Monate werden Sie (fast) ausschließlich mit
dem Schreiben Ihrer Diplomarbeit verbringen; Ihre Aktivitäten werden
in erster Linie nur
diesem Vorgang vorbehalten sein. Schon deswegen sollten Sie als der
zukünftige Autor
sich ein Thema aussuchen, an dem Sie ein
wirkliches Interesse haben (siehe Themensuche). Sonst
kann es passieren, dass anfängliche Euphorie nur allzu schnell in Stress umschlägt.
In den meisten Fällen
wirkt es sich positiv auf die Bewertung einer Arbeit aus,
wenn eigene Ideen unabhängig vom Betreuer entwickelt werden und in die
Diplomarbeit einfließen. Deshalb sollten Sie
eigene konkrete Vorstellungen von dem haben, was Sie mit Ihrer
Diplomarbeit erreichen wollen.
Informationen beschaffen
Ein beträchtlicher Teil der Arbeit steht Ihnen jetzt mit dem Suchen
und Beschaffen von Informationen bevor.
In der Regel bekommen
Sie von Ihrem Betreuer eine Liste mit relevanter Literatur. Aber
versuchen Sie bitte nicht, alles zu lesen, was zum Thema angeboten
wird! Entscheiden Sie,
welche Literatur Sie sichten wollen. Sie können zum Beispiel nach folgendem Schema vorgehen:
-
1. den Titel ansehen
-
2. Zusammenfassung und
Einleitung durchlesen
-
3. Inhaltsverzeichnis
ansehen (zeigt, welche Schwerpunkte ein Bericht/Artikel hat)
-
4. den Bericht/Artikel
überfliegen (querlesen)
-
5. Berichte/Artikel,
die in die engere Wahl kommen, genau
durchlesen und unbekannte Begriffe irgendwo nachschlagen, statt
sie zu überlesen
Gehen Sie die Punkte
pro Bericht/Artikel der Reihenfolge nach durch und brechen Sie ab, sobald der
Artikel uninteressant wird.
Sehr hilfreich bei der Informationsbeschaffung sind aktuelle (auch
ausländische) Berichte z. B. aus einschlägigen Fachzeitschriften,
aus Zeitungen oder auch aus dem Fernsehen; nicht zu unterschätzen
ist die Informationsquelle Internet.
Die Arbeit beginnt gewöhnlich damit, dass Sie 1.) sehr
viel Literatur, Berichte und Fachartikel lesen werden, 2.) einen eigenen Anteil erarbeiten und
3.) die Ergebnisse in Ihrer Arbeit darstellen. Das sind nicht drei
völlig voneinander getrennte Schritte, sie gehen ineinander über.
Von Anfang an wichtig ist es, dass Sie die für Ihre Arbeit
relevanten Informationen genau festhalten. Sie sollten,
schon während Sie die Literatur, Fachartikel u. dgl. lesen, sich eigene Gedanken und
entsprechende Notizen machen - nicht nur direkt am Text
(falls das überhaupt erlaubt ist), sondern auch in eine Das-hab-ich-gelesen-Liste. Dabei ist eine ganz genaue
Quellenangabe wichtig, damit Sie die Textstelle jederzeit
wiederfinden.
Tipp:
Stellen Sie eine neue Literaturliste auf, in die Sie neben den
Angaben zum Artikel (Autor/Autorin, Titel, Journal,
Erscheinungsjahr, Auflage ... ) auch Notizen zum Eindruck eintragen,
den der Artikel macht. Hier können Sie auch besonders interessante
Zitate hinzufügen, das hilft später beim Wiederfinden der wichtigen
Textstellen.
Die erste Gliederung
Die gesammelten
Stichpunkte werden nach und nach in
eine logische Reihenfolge gebracht; so entsteht eine erste Gliederung. Sie dient lange Zeit als ganz persönliche
Handlungsanweisung. Haupt- und
Unterkapitel werden erkennbar und Sie bekommen konkretere
Vorstellungen, wie die Arbeit letztendlich aussehen könnte. Diese
erste grobe Gliederung wird allerdings noch nicht der Gliederung der fertigen Arbeit
entsprechen. Die ersten einzelnen Gliederungspunkte sind jedoch später in Bezug auf
das Ordnen der Informationen wichtig. Dem Prüfer gibt die
Gliederung der Arbeit eine erste Übersicht über das Thema.
... und jetzt geht's los!
Jetzt dürfen Sie
Ihrer Kreativität freien Lauf lassen - aber denken Sie daran, dass
Sie eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und keinen Roman,
deshalb: bitte richtig "zur Sache" gehen!
Mit den
Gliederungspunkten (= Kapitelüberschriften) haben Sie bereits
das Gerüst für Ihre Arbeit erstellt; die gesammelten
Informationen/Notizen sind das Fundament und müssen nun - nachdem
sie den einzelnen Gliederungspunkten zugeordnet wurden - sinnvoll
zusammengebaut werden.
Um einen Anfang zu finden,
suchen Sie sich am besten einen Gliederungspunkt, zu dem Ihnen
spontan einiges einfällt.
Dann kommt der nächste Punkt an die Reihe, dessen Bearbeitung Ihnen
nicht allzu schwer erscheint. So arbeiten Sie sich Punkt für Punkt
vorwärts, wobei Sie Ihre Arbeit mit Hilfe der Gliederung logisch
aufbauen und wesentliche Aspekte berücksichtigen. Formulieren Sie
die Sätze aus, aber machen Sie sich das Schreiben zu diesem
Zeitpunkt nicht schwerer als nötig. Es müssen nicht gleich
druckreife Sätze sein, die Sie zu Papier rsp. auf den Monitor
bringen. Das Ziel dieser
Arbeitsphase ist vielmehr, die inhaltlichen Aussagen in der
richtigen Reihenfolge festzuhalten.
In mehreren Überarbeitungen wird Ihr
Text jetzt ergänzt und korrigiert - und erst wenn die Arbeit auf der
Basis der Gliederungspunkte und -unterpunkte als Rohfassung
vorliegt, kommen die Feinarbeiten an die Reihe: zuerst die
Verbesserung von Ausdruck und Stil, dann das Einhalten der formalen
Vorgaben, die Einheitlichkeit der äußeren Darstellung und das
Schlusslayout.
In dieser Arbeitsphase werden viele feststellen, dass ihnen der eine
Arbeitsgang leichter von der Hand geht, etwa das Erstellen von
Grafiken oder Tabellen, anderes dafür schwerer fällt - zum
Beispiel wissenschaftlich schreiben, trotz verwendeter Fachtermini
aber allgemein verständlich und ohne zu große Anhäufung von
Fremdwörtern. Sorgen Sie hier am besten für ein bisschen Abwechslung
zwischen subjektiv "leichteren" und "schwereren" Arbeiten.
Arbeitspausen
Auf keinen Fall darf vergessen werden, während
des Arbeitens genügend Pausen einzulegen. Klar können Sie nicht
einfach alles
stehen und liegen lassen, wenn die "eingeplante" Pause jetzt
"dran" ist - und ausgerechnet jetzt strömen Ihnen gerade die besten
Einfälle zu. Es ist aber dann und wann einfach gesünder für die
Nerven, aufzuhören und erst eine halbe Stunde später weiterzumachen.
Auch
Essenspausen müssen in jedem Fall eingeplant werden (notfalls einen
Wecker stellen). Versuchen Sie, sich möglichst und gerade gesund zu
ernähren!
Eine Mütze voll Schlaf zur rechten Zeit wirkt
genauso Wunder wie z. B. eine Runde joggen gehen (wenn Sie der Typ
dazu ist - wenn nicht, einfach mal die Beine hoch legen), Musik hören
oder ein Vollbad nehmen, Kaffee trinken oder mit guten Freunden
telefonieren.
Pausenarten
| Pausenart |
Dauer |
Abstand |
Pausentätigkeit |
| Unterbrechung |
1 min |
nach Bedürfnis |
Zurücklehnen |
| Minipause |
5 min |
30 min |
Freiübungen o. ä. |
| Kaffeepause |
15- 20 min |
nach 2 Stunden |
Kaffee trinken usw. |
| Erholungspause |
60 -120 min |
nach 4 Stunden |
Essen, Schlafen usw. |
Quelle: Georg
Rückriem / Joachim Stary / Norbert Franck: Die Technik
wissenschaftlichen Arbeitens, 9. Auflage, UTB Ferdinand Schöningh
Verlag, Paderborn / München / Wien / Zürich 1995, S. 31.
Wenn
Sie Monate damit zubringen, Ihre Diplomarbeit zu schreiben, sollten
Sie sich ab und zu am Ende eines Arbeitstages zur
Selbstüberprüfung fragen: Habe ich heute meine Zeit optimal
genutzt?
Es
empfiehlt sich folgender Fragekatalog:
- Was habe ich heute erreicht?
- Habe ich meine Tagesplanung
eingehalten?
- Was habe ich alles geschafft?
- Was bleibt unerledigt zurück?
- Was kam anders als ich wollte
und wie lässt sich das in Zukunft vermeiden
bzw. was kann ich dagegen tun (sofern ich es
will)?
- Wo habe ich meine Zeit "verschwendet"?
- Welche Tätigkeiten waren
besonders effektiv?
- Welche Tätigkeiten waren unnötig, welche zu
ineffektiv?
- Was ging schneller, als ich
gedacht hatte?
- Für welche Tätigkeiten habe ich länger
gebraucht, als ich geplant hatte? Wo also war mein Plan
unrealistisch?
- Welche Konsequenzen ziehe ich
für meine zukünftige Zeitplanung und mein Verhalten?
Quelle: Klaus Grunwald /
Johannes Spitta: Wissenschaftliches Arbeiten. Grundlagen zu
Herangehensweisen, Darstellungsformen und Regeln. Verlag Dietmar
Klotz, Frankfurt/M., 1997. S.12.
Sicher werden auch Tage kommen, an denen Sie wirklich gar nichts auf die
Reihe bekommen, Sie sechs oder sieben Stunden am PC sitzen und kein brauchbarer
Satz dabei herauskommt. Das ist aus meiner Sicht ganz normal und
absolut kein Grund zur Besorgnis.
Eigentlich "machen" Sie ja trotzdem etwas, denn Sie denken
nach und beschäftigen sich aktiv mit Ihrem Thema.
Letzte Runde vor dem
Zieleinlauf
Der Inhalt Ihrer Arbeit spielt natürlich die entscheidende Rolle, aber es gilt
gleichzeitig das Motto: "Kleider machen Leute." Die
Gestaltung (innere und äußere) soll dem Dokument nicht nur ein "gutes
Aussehen" verleihen, sie entscheidet auch darüber, ob
der Leser den Überblick behält und ermüdungsfrei die Arbeit lesen
kann (siehe auch
inhaltliche Gestaltung).
Geben Sie Ihre Arbeit anderen zu lesen, gehen Sie ggf. mit deren
Beurteilung sachlich um und denken Sie daran, dass konstruktive Kritik der
Verbesserung/besseren Lesbarkeit dient.
Vielleicht bekommen Sie das
eine oder andere Mal eine Rückmeldung, dass die Arbeit nicht ganz
einfach zu lesen ist. Zum Beispiel dann, wenn der Text - weil Sie ja
wissenschaftlich schreiben wollen/sollen - aufgrund vieler
Fachtermini teilweise doch eher schwer verständlich formuliert ist.
Prinzipiell ist das Verwenden fachspezifischer Begriffe in einer
wissenschaftlichen Arbeit jedoch in Ordnung und wird auch erwartet.
Aber Achtung: Verwechseln Sie bitte nicht Fachwörter mit
Fremdwörtern. Für beide Begriffsarten gilt: Vermeiden Sie nach
Möglichkeit eine zu starke Anhäufung, wenn es deutsche Äquivalente
gibt.
Bitte keine Sprachakrobatik
betreiben! Versuchen Sie, in kurzen, prägnanten Sätzen zu schreiben.
Fast jeder lange, verschachtelte Satz mit eingeschobenen Nebensätzen
lässt sich ebenso gut in zwei Sätzen darstellen.
Je verständlicher ein Text verfasst ist, desto eher
(und wohlwollender) wird er gelesen. Kurze
Texte kommen schnell auf den Punkt und sind überzeugend (siehe auch
inhaltliche Gestaltung).
Speichern Sie Ihre Arbeit am Computer
immer und immer wieder ab und/oder fertigen Sie Sicherungskopien an!!!
Formalia nicht unterschätzen! Sie kosten unter Umständen viel Zeit,
die auf jeden Fall mit eingeplant werden muss.
-
Alle, aber wirklich alle (!) Rechtschreib-, Grammatik-
und Formfehler
beseitigen;
d. h. die fertige Arbeit auf jeden Fall noch einmal sorgfältig
Korrektur lesen lassen (bitte NICHT auf die automatische
Rechtschreibprüfung von WORD verlassen!) und dafür ca. 1 Woche
pro 100 Seiten einplanen - wobei das Einarbeiten etwaiger
Korrekturen 1 bis 2 Tage in Anspruch nimmt.
-
Im
Prüfungsamt erfragen, wie viele Exemplare abgegeben werden müssen.
-
Es
empfiehlt sich, von Anfang an sehr sorgfältig in puncto Fußnoten,
Zitierweise und
Literaturverzeichnis zu sein, das zahlt sich später aus.
-
Das
Kopieren und Binden der Arbeiten dauert in der Regel nicht
lange. Das geht
schnell und außerdem preiswert in einem Copy-Shop. Es ist in jedem
Fall sinnvoll, dafür einen Termin zu vereinbaren. Lassen Sie sich
möglichst 1 bis 2 Tage "Luft" zwischen Drucken/Binden und
Abgabe. Es kann ja sein, dass evtl. in letzter Sekunde doch noch
Änderungen an der Arbeit vorgenommen werden müssen oder Sie haben ein
paar Seiten vergessen und müssen (hoffentlich nicht, aber es passiert
manchmal) alles noch einmal drucken und binden lassen.
-
Alle Kopien/Farbkopien,
Sondereinlagen sowie ALLE Seiten in jedem kopierten Exemplar
sortieren - dabei überprüfen, ob der Druck/die Kopie nicht etwa
schief ausgefallen ist - und zum Binden geben. Dafür 1 Tag
einplanen.
-
Das komplett ausgearbeitete Dokument dem Betreuer zur Ansicht
vorlegen.
-
A
B G E B E N !
Nach
der Abgabe im Prüfungsamt oder Dekanat gönnen Sie sich zwölf Stunden
Schlaf, reichen Sie Ihren Urlaub ein und schwören Sie, so etwas nie wieder zu
schreiben!!!
|